Anhand eines Beispieltextes über den Stuttgarter Hauptbahnhof zeigt der nachfolgende Artikel, wie man Ortsbeschreibungen und Informationen spannender gestalten kann (aus: Tempest Mai 2010)

 

Ein Handlungsort

 

"Umbilicus sueviae", "Nabel Schwabens" taufte der Architekt Paul Bonatz 1914 seinen Entwurf für den Kopfbahnhof Stuttgart. Für Reisende, die mit der Bahn, einerlei ob mit Intercity, Euro- oder Regionalexpress, ob aus der Region oder aus dem angrenzenden Ausland, in die schwäbische Metropole kommen, endet die Fahrt seit der Fertigstellung 1928 an einem der siebzehn Rammböcke. Der monumentale Bau im Stil der neuen Sachlichkeit gilt bis heute als eines der bedeutendsten Bahnhofsbauwerke des 20. Jahrhunderts in Deutschland und Europa und steht unter Denkmalschutz. Er ist in Mittelbau und zwei Seitenflügel gegliedert und wendet seine Front mit den beiden halbrunden Portalen der Innenstadt zu. Mächtige kantige Säulen lassen den flüchtigen Betrachter an griechische Tempel denken, ohne ihm deren helle Leichtigkeit zu vermitteln. Der düstere Eindruck der Fassade aus grob behauenen Muschelkalksteinen verstärkt sich vor allem bei Regenwetter. An der Westflanke des Gebäudekomplexes erhebt sich der sechsundfünfzig Meter hohe Bahnhofsturm, von dem aus Besucher direkt in die frühere Hauptverkehrsader Stuttgarts, die Königstraße, blicken. Einen Akzent in den Farben der deutschen Fahne setzt die Turmuhr mit ihren goldfarbenen Lettern und Zeigern auf schwarzrotem Zifferblatt. Auf der Dachterrasse dreht sich majestätisch ein fünf Meter hoher Mercedesstern - Symbol des bis heute größten Gewerbesteuerzahlers Stuttgarts. 

 

Das architektonisch hervorgehobene Hauptportal fällt durch seine handtuchbreiten Fenster- und Mauerstreifen über den Eingangstüren auf. Von hier gelangen Besucher und Reisende in eine mehrstöckige Eingangshalle, von der eine großzügige Treppe zur Haupthalle hinauf führt. 

 

Aus der S-Bahn-Station im dritten Untergeschoss baggern Rolltreppen und Aufzüge Fahrgastströme nach oben, wo sie sich aufteilen in jene, die zur U-Bahn, in die Innenstadt oder mit Koffern, Reisetaschen oder Rucksäcken zum Fernbahnhof streben. Es herrscht ein Kommen und Gehen und Sich-Begegnen im Takt der Fahrpläne, hektisch, unvermeidlich, anonym. 

 

Die Zeiger der Uhren an den Kopfenden der Haupthalle ruckeln nach kurzem Anlauf auf 6:32 Uhr. Längsseits der Halle haben die Läden und Kioske mit typischem Reisebedarf bereits geöffnet. Ofenwarme Laugenbrezeln, dampfender Kaffee in Pappbechern und Tageszeitungen mit dem Datum 5. August 1994 wechseln die Besitzer. Im Restaurant des Interconti Hotels wedelt ein übernächtigter Kellner mit einem karierten Tuch Krümel und Zigarettenasche von den Tischen, während die ersten Gäste ihr Frühstück bestellen, nach Cappuccino, Tee oder Bier verlangen. Wenige Schritte weiter verbreitet ein kleiner Stand mit "Pizza to go" großräumig seinen charakteristischen Geruch nach Fett, Knoblauch und gegrilltem Käse. Nur die Andenken- und Blumenläden sowie das Postamt haben noch geschlossen, während in der WC-Anlage bereits Hochbetrieb herrscht. Die Odeurs, die mit jedem Öffnen der Tür herausquellen, riechen noch abstoßender als die des Pizzastands. Bis heute haben Bahnhöfe ihre Faszination nicht verloren, verheißen Aufbruch, Freiheit und Abenteuer. In einem Mikrokosmos sozialer und kulturelle Vielfalt begegnen sich Alte und Junge, Geschäftsleute und Backpackers, Einheimische und Ausländer, Urlaubsreisende und Berufspendler. 

 

Es ist Hauptreisezeit und damit der Anteil der Urlauber an diesem Sommermorgen höher als gewöhnlich. Neben dem vorherrschenden Schwäbisch, Deutsch und südeuropäischen Sprachen schwirren englische und französische Sprachfetzen durch die Halle. Seit der Wende vor vier Jahren mischen sich neuerdings verstärkt sächsische und slawische Laute darunter.

 

Eine Gruppe Pfadfinder, deren wimpelbewehrte Rucksäcke samt eingerollten Isomatten und Schlafsäcken die Köpfe der Jugendlichen weit überragen, pflügt sich eine Gasse durch das Menschengewirr, als sei sie allein unterwegs. Ihr unbekümmertes Lachen und Lärmen legt sich über die Geräuschkulisse, übertönt nur vom angstvollen Gekläffe eines Foxterriers, der sich von den unzähligen vorbeihastenden Menschenbeinen bedroht fühlt.

 

Auf der anderen Längsseite der Halle führen Torbögen hinaus zu den siebzehn Gleisen, auf denen die Fahrt in die ferne und nahe Welt beginnt. Wer erinnert sich noch, dass die Bahnsteige früher hermetisch abgeriegelt und nur nach Lösen einer Bahnsteigkarte betreten werden durften? Die Sperren sind genauso verschwunden wie die qualmenden, fauchenden Kolosse des Kohlezeitalters der Bahn, die längst ersetzt sind durch moderne windschnittige Elektroloks. Sollten die Zukunftsplaner von Stuttgart 21 ihre Vorstellungen von einem Durchgangsbahnhof durchsetzen, wird der Bonatzbau bis auf einen bedeutungslosen Rumpf ebenfalls verschwinden.

 

Rasselnd ändert die automatische Zuganzeigetafel im Minutentakt ihre Informationen, treibt Reisende zur Eile und auf die Bahnsteige hinaus. Draußen quietschen und schrillen einfahrende Züge, verkünden Lautsprecher knackend und rauschend, dass sich der Eurocity aus Mailand um fünfzehn Minuten verspäten und der Interregio nach Nürnberg in Kürze abfahren wird. Bitte Vorsicht an der Bahnsteigkante! Zugtüren öffnen und schließen sich, Menschen fallen sich in die Arme, andere trennen sich, Willkommens- und Abschiedsküsse, Winken, ein paar Tränen, dann leert sich der Bahnsteig bis auf einen Raucher, der gierig an seiner Zigarette saugt und die Kippe auf die Gleise schnalzt.

 

Die Augustsonne fingert sich durch die Bahnhofsüberdachung, ihr grelles Licht zeichnet scharfe Schatten und lässt einen weiteren heißen Tag erahnen.

 

Auf Gleis 9 wird der Intercity nach Frankfurt (Main) angekündigt. Abfahrt um 6:51 Uhr.

 

Zwei Frauen schlendern den Bahnsteig entlang, zwischen sich eine Reisetasche

 

Lektorat 

 

Spannende Beschreibung ist die hohe Schule der Literatur, ebenso wie die Vermittlung von Informationen.

 

Ist die obige Beschreibung spannend? Ich finde nicht. Auch wenn sie eine Vorstellung von dem Stuttgarter Bahnhof gibt: Die Gefahr ist groß, dass der Leser hier den Kontakt zum Text verliert und aussteigt.

 

Vermutlich hat jeder Autor schon einmal einen ähnlichen Text verfasst. Und sich verzweifelt gefragt: Wie kann ich die Information, die ich doch brauche, dem Leser vermitteln, ohne dass der einschläft oder das Buch zuklappt? Schauen wir uns den Text oben mal an. Was fällt daran auf?

 

Konkret statt allgemein

 

Das Erste sind Teile, die unnötig sind, weil jeder Leser sie kennt und weil sie zu allgemein sind, als dass sie fesseln könnten:

 

..... "Aus der S-Bahn-Station im dritten Untergeschoss baggern Rolltreppen und Aufzüge Fahrgastströme nach oben, wo sie sich aufteilen in jene, die zur U-Bahn, in die Innenstadt oder mit Koffern, Reisetaschen oder Rucksäcken zum Fernbahnhof streben. Es herrscht ein Kommen und Gehen und Sich-Begegnen im Takt der Fahrpläne, hektisch, unvermeidlich, anonym." .....

 

Wenn hier nichts Konkretes passiert, von abstrakten Fahrgastströmen geredet wird, statt einzelne Fahrgäste zu beobachten, die etwas Spannendes erleben, dann reicht die Spannung nicht mehr, um den Leser zu fesseln. Und da jeder Leser "Fahrgastströme" kennt, die hierhin oder dorthin streben, kann man das streichen. Konkret wird es danach:

 

..... "Im Restaurant des Interconti Hotels wedelt ein übernächtigter Kellner mit einem karierten Tuch Krümel und Zigarettenasche von den Tischen, während die ersten Gäste ihr Frühstück bestellen, nach Cappuccino, Tee oder Bier verlangen. Wenige Schritte weiter verbreitet ein kleiner Stand mit 'Pizza to go' großräumig seinen charakteristischen Geruch nach Fett, Knoblauch und gegrilltem Käse. Nur die Andenken- und Blumenläden sowie das Postamt haben noch geschlossen, während in der WC-Anlage bereits Hochbetrieb herrscht." .....

 

Hier haben wir eine konkrete Person, die etwas tut. Ein Kellner, der übernächtigt ist. Doch danach wird es wieder zu allgemein. Verändern wir diesen Absatz doch:

 

..... "Im Restaurant des Interconti Hotels wedelt ein übernächtigter Kellner mit einem karierten Tuch Krümel und Zigarettenasche von den Tischen. Dem Gast, der mit Diplomatenkoffer und forschem Schritt das Restaurant betritt, wirft er nur einen müden Blick zu, was den nicht hindert, laut nach Cappuccino und einem Croissant zu verlangen. Nebenan riecht es nach Fett, Knoblauch und gegrilltem Käse. 'Pizza to go' verkündet das Schild, und der Inhaber wischt eifrig über die Tische, ein Türke, der hofft, mit italienischer Pizza ein Vermögen zu machen und dafür von morgens früh bis spät in der Nacht Pizza bäckt, verkauft und den Geruch schon lange nicht mehr wahrnimmt. Der Blumenladen daneben ist deutsch und noch geschlossen." .....

 

Die Perspektive

 

Wäre dieser Text besser? Er ist sicher anschaulicher und gibt dem Leser das Bild eines Bahnhofs am frühen Morgen. Er ist auktorial geschrieben, die Erzählstimme ist allwissend. Sie kann gleichzeitig den Kellner im Interconti verfolgen und den türkischen Pizzabäcker und kennt deren Wünsche. Hier erzählt kein Ich-Erzähler und wir verfolgen keine bestimmte Person und nehmen nur das wahr, was diese Person denkt, sieht, erlebt. Passt das?

 

Heute werden die meisten Texte in der personalen Perspektive geschrieben. Der Leser folgt dem Helden oder einer anderen Person, lernt ihre Gedanken kennen, sieht, was sie sieht, hört, was sie hört. Wenn wir die Szene aus der Perspektive des Kellners schildern würden, müssten wir die Pizza nebst Duft und Inhaber genauso streichen wie den Blumenladen.

 

Aber das heißt ja nicht, dass wir immer aus der personalen Perspektive erzählen müssen. Die Einleitung eines Kapitels kann durchaus mal auktorial, allwissend erzählt werden. Noch ist der Held nicht aufgetreten, es wird erst einmal die Szene beschrieben.

 

Was muss der Leser über den Ort wissen?

 

Eine derartige Beschreibung sollte aber kurz sein und sich auf das Wesentliche beschränken. In unserem Fall: ein Bild eines frühen Morgens im Stuttgarter Hauptbahnhof vermitteln. Soll man also den Rest des Textes streichen? Den frühen Morgen erleben wir in diesem kurzen Text. Wenn man möchte, kann man noch einen Absatz voranstellen, um den Ort genauer zu vermitteln: nämlich kein beliebiger Großstadtbahnhof, sondern der Stuttgarter Hauptbahnhof an einem frühen Morgen. Die Frage ist: Was muss der Leser wissen?

 

Ein Thriller, in dem ein Kapitel in diesem Hauptbahnhof spielt, muss ihn nicht ausführlich vorstellen. Anders, wenn der Bahnhof selbst eine wichtige Rolle im Text spielt: Der Stuttgarter Hauptbahnhof soll verschwinden und einem unterirdischem Bahnhof weichen. Bald wird es ihn nicht mehr geben. Wenn so etwas für den Roman wichtig ist, weil zum Beispiel der Antagonist plant, diese unterirdische Baustelle zu sprengen, dann können wir am Anfang des Buches ruhig mehr über diesen Sackbahnhofs verraten. Denn der ist es, um den sich der Roman dreht.

 

Aber auch dann sollte es aktiver sein. Da hilft es oft, sich den Ort als lebendiges Wesen vorzustellen und seine Geschichte als Lebensgeschichte zu schildern. Nun kenne ich die Geschichte des Stuttgarter Hauptbahnhofs nicht, also erfinde ich einfach einige markante Punkte.

 

..... "Im 19. Jahrhundert konnte man plötzlich überall hinreisen. Sogar in die Hauptstadt, auch wenn die hundert oder zweihundert Kilometer entfernt war. Schon das war eine Revolution. Die Vorstellung, dass die Reise weitergehen könnte oder sollte, war weit hergeholt; kein ernstzunehmender Erbauer hauptstädtischer Bahnhöfe vermochte sich das vorzustellen. Die Hauptstadt war der Nabel der Welt, und weiter fuhren keine Züge. Weswegen alle Hauptstädte Sackbahnhöfe hatten. Egal ob Wien, Paris oder Berlin, überall endeten die Reisenden in einem Sackbahnhof. So dachte auch der Architekt Paul Bonatz. Sein Entwurf war revolutionär, der neuen Sachlichkeit verpflichtet, er verzichtete auf die Stuckgiebel, die Figuren und Verzierungen der Gründerzeit. Aber so revolutionär, dass er einen Bahnhof andachte, in dem Züge ankamen und weiterfuhren, so revolutionär war er denn doch nicht. Stuttgart war der Nabel der Welt. Nun, vielleicht nicht der Welt, wohl aber der Nabel Schwabens, weswegen Bonatz ihn "Umbilicus sueviae", "Nabel Schwabens" taufte. Warum sollte ein Schwabe weiter als bis Stuttgart reisen? Das war Phantastik, und mit phantastischen Ideen wollte Bonatz sich nicht beschäftigen. Neue Sachlichkeit war angesagt.

 

Also wurde der neue Stuttgarter Bahnhof ein Sackbahnhof wie seine Vorgänger. Und damit die Lokomotiven nicht zur falschen Seite hinausfuhren, versperrte Bonatz ihnen mit mächtigen Muschelkalksäulen den Weg. Keine Lok konnte hier durch, wie in Dresden. Im Sackbahnhof dort rauschte tatsächlich mal eine durch die falsche Seite und hing mangels Schienen anschließend halb aus dem Bahnhof heraus. Was natürlich böse Kommentare über Sachsen und seinen Bahnhof in ganz Deutschland hervorrief.

 

Auch sonst wirkt der Stuttgarter Bahnhof wie ein Gefängnis. Düster, drohend, mit Fenstern, die eigentlich nur schmale Lichtschächte sind. Was sollte hier eingesperrt werden?" .....

 

Was habe ich hier gemacht? Ich bin nicht vom Aussehen des Bahnhofs ausgegangen, sondern von den Menschen. Von dem Architekten, der ihn erbaute, warum er einen Kopfbahnhof plante und mächtige Säulen vorsah.

 

Natürlich kann das alles ganz anders gewesen sein. Aber Sie sehen hier, wie man den Anblick des Bahnhofs zum Leben erwecken kann. Und wie man damit gleichzeitig in das Thema eines Romans einführen kann. Heute ist schnelle Durchfahrt angesagt, und das wird durch Kopfbahnhöfe verhindert.

 

Ich habe nicht geschrieben, dass die Fassade einen düsteren Anblick bietet, sondern habe ihn mit einem Gefängnis verglichen und erst im nachfolgenden Satz das Adjektiv "düster" verwendet.

 

Aber ist das alles jetzt spannend? Ich finde nicht, auch wenn es sicher besser ist.

 

Warum ist es nicht spannend? Weil der Stuttgarter Bahnhof einfach nichts ist, das sofort das Interesse des Lesers weckt. Schließlich handelt es sich nicht um das weiße Haus oder den Petersdom.

 

Gegenstände, die nicht von sich aus beim Leser Interesse wecken, muss etwas beigeordnet werden. Sie müssen eine Bedeutung bekommen. Versuchen wir es mal:

 

..... "Im Restaurant des Interconti Hotels wedelt ein übernächtigter Kellner mit einem karierten Tuch Krümel und Zigarettenasche von den Tischen. Dem Gast, der mit Diplomatenkoffer und forschem Schritt das Restaurant betritt, wirft er nur einen müden Blick zu, was den nicht hindert, laut nach Cappuccino und einem Croissant zu verlangen.

 

Der Mann bleibt stehen, blickt sich um, nickt befriedigt und setzt sich. Ja, hier wäre der richtige Ort, morgens kaum Menschen und ein unaufmerksamer Kellner. Er stellt den Diplomatenkoffer neben sich. Später wird er seinen Capuccino trinken, zahlen und den Koffer "vergessen". Dem übernächtigten Kellner wird das nicht auffallen.

 

Nebenan riecht es nach Fett, Knoblauch und gegrilltem Käse. 'Pizza to go' verkündet das Schild, und der Inhaber wischt eifrig über die Tische; ein Türke, der hofft, mit italienischer Pizza ein Vermögen zu machen, und dafür von morgens früh bis spät in der Nacht Pizza bäckt, verkauft und den Geruch schon lange nicht mehr wahrnimmt.

 

Der Mann verzieht angewidert das Gesicht. Türkische Läden erinnern ihn an Bin Laden und daran, dass viele ihn mit diesem Verbrecher in einen Topf werfen werden." .....

 

Jetzt habe ich den Bahnhof mit einer Person verknüpft, einer Person, die verdächtig ist. Noch wissen wir nicht genau, was der Mann plant, aber sicher nichts Gutes.

 

Wenn Sie eine Beschreibung haben, die nichts zeigt, das den Leser bereits von vorneherein fesselt, müssen Sie die Beschreibung erden. Mit Personen, mit Handlung verbinden. Auch hier dürfen Sie dem Leser nicht alles verraten - sonst wird es zum Infodump. Deuten Sie gerade so viel an, dass der Leser daran Vermutungen knüpfen kann, dass etwas Ungewöhnliches, Spannendes in der Luft liegt. Aber lassen Sie genug offen, um ihn neugierig zu machen.

 

Fragen an den Autor

 

Wenn Sie dem Leser Informationen vermitteln müssen, sollten Sie sich immer fragen:

 

1. Was könnte den Leser interessieren?

Das sind in der Regel die Geschichten hinter der Geschichte, die Personen und vor allem das, was er noch nicht weiß. Durcheinander laufende Bahnpassagiere hat jeder Leser schon einmal erlebt, das interessiert keinen. Das ist erstens nicht neu und zweitens viel zu unpersönlich. Auch die Einkaufsstraßen im Bahnhof sind bekannt. Solange sie einfach nur passiv geschildert werden, verlieren Leser schnell das Interesse.

 

2. Was benötigen Sie für Ihre Geschichte?

Schildern Sie nicht alles, sondern nur das, was in Verbindung zu Ihrer Geschichte steht. Wenn der Umbau des Hauptbahnhofes wichtig wird, dann ist die Tatsache, dass es ein Sackbahnhof ist, wichtig. Ein Bahnhof, der keine Durchfahrt ermöglicht, sondern die Reise erst einmal beendet. Wenn Sie möchten, können Sie dann den Kampf darum erzählen, den sich Gegner und Befürworter der Untertunnelung lieferten. Auch der sollte möglichst aktiv, möglichst anschaulich geschildert werden.

 

Und, ganz wichtig: Verbinden Sie die Informationen mit Personen und damit, dass ihre Beschreibung wichtig ist für die Geschichte.  

 

 

 

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