Listen-Netiquette

 

Das Prinzip einer Mailingliste ist ganz einfach: Jede E-Mail, die ein Mitglied an die Liste schreibt, wird automatisch an alle anderen Mitglieder der Liste verschickt. Diese Aufgabe wird vom sogenannten List-Server übernommen, der auch die "Mitgliederkartei" der Liste verwaltet. Alles, was ihr - außer einem Internetzugang und einem E-Mailprogramm - für die Teilnahme an Mailinglisten braucht, ist ein wenig Zeit.

 

Im Unterschied zu Newsgroups werden bei Mailinglisten die Nachrichten nicht auf einem zentralen Server gespeichert und nach Bedarf abgerufen, sondern bei jedem Posting in die E-Mail-Briefkästen aller Abonnenten verschickt.

 

Werden die Regeln nicht beachtet, reagieren die anderen Teilnehmer pikiert bis gereizt.

 

Zum Inhalt:

1.Schickt eure Mails an die Liste unter eurem echten Namen und verwendet kein Pseudonym - Mailinglisten sind kein Chat!

 

2.Achtet die Privatsphäre anderer Mitglieder. Schickt keine Mails, die ihr privat, also "hinter den Kulissen" bekommen haben, (sogenannte PM, Privat Mails) ohne Einverständnis des Verfassers an die Liste. Leitet umgekehrt keine Informationen, die nur an die Liste und somit an einen geschlossenen Benutzerkreis gingen, ohne Einverständnis des Betreffenden an die Öffentlichkeit bzw. an Nichtmitglieder weiter.

 

3.Bleibt allgemein respektvoll im Ton und führt euch auch vor Augen: wenn ihr in Großbuchstaben schreibt, ist das für die anderen Teilnehmer beim Lesen ein Gefühl, als würdet ihr SCHREIEN. Das Schreiben in Großbuchstaben ist ein Stilmittel wie auch das Setzen von Smileys. Geht behutsam damit um. Eine gute Übersicht über Smileys und Kürzel gibt es bei:

http://www.rhusmann.de/kuerzel/inhalt.htm

4.Bleibt "on topic", d.h. beim Thema. Das mag auf den ersten Blick banal klingen, ist jedoch einer der häufigsten Verstöße gegen die Netiquette bei Postings in Mailinglisten. Sollte euch etwas unter den Nägeln brennen, markiert die entsprechende Mail im Betreff mit OT(=off topic) : (dann kann das Thema kommen, oder @ Name des Adressaten). Alle die an off topic Geplauder nicht interessiert sind, oder im Moment keine Zeit dafür haben, können so markierte Mails ungelesen löschen. Vor allem aber: Verzichtet auf Mails, die eigentlich unnötig sind und etwa nur "Finde ich auch" als Mitteilung enthalten. Denkt dran: ihr schreibt einer Menge Leute - wollen all die Empfänger das wirklich wissen? Dasselbe gilt für Plaudereien, die sich oft aus Mailinglisten-Diskussionen einzelner Mitglieder entwickeln. Die werden den Rest der Mitglieder oft nerven - unterhaltet euch doch einfach per Privatmail weiter.

 

Formal:

Viele der Regeln wirken auf den ersten Blick kleinlich, und so ist oft auch die Art und Weise, in der in manchen Listen auf ihre Einhaltung gepocht wird. Trotzdem haben sie ihren Sinn: Nicht bei allen Empfängern sieht deine Mail so aus wie auf deinem Bildschirm, schlimmstenfalls wird sie zerrissen und gespickt mit unleserlichen Zeichen dargestellt. Außerdem nutzen viele Leute Filter, um beispielsweise Mails einer Mailingliste in einen eigenen Ordner zu sortieren. Die funktionieren aber bei falsch formatierten Mails genausowenig wie die Zuordnung einer Antwort zu dem Beitrag, zu dem sie gehört.

 

1.Da ohne einheitliche Formatierung die Zeilen willkürlich umgebrochen werden, sollte die Zeilenlänge auf nicht mehr als 72 Zeichen eingestellt sein.

 

2.Beim Antworten auf Postings anderer Teilnehmer solltet ihr deren Mails korrekt zitieren. Zuerst sollte die eigentliche Frage beim Beantworten von E-Mails nicht lauten "Soll man zitieren?" sondern "Wie und wieviel sollte man zitieren?". Denn daß man sich mit Zitaten (oft auch quote genannt) auf die Originalnachricht bezieht, gehört inzwischen zum guten Ton beim Schreiben von E-Mails. Zitieren erleichtert das Lesen von Antwort-E-Mails ungemein: Der Empfänger weiß sofort, worum es geht.

 

Solltet ihr nun also alles zitieren, nach dem Motto: "Viel hilft viel"? Nein. Denn wenn alles zitiert wird, verliert der Leser ebenfalls die Übersicht. Außerdem belastet ihr das Internet und den oder die Empfänger durch unnötig große E-Mails, Zeitverlust und höheren Kosten.

 

Wie also ist es richtig? Kurz gesagt: Löscht alles Unwichtige. Weniger ist mehr. Sogenannte "TOFU"-Mails sind äußerst unbeliebt - das steht für "Text Oben, Full Quote Unten" und meint, daß unterhalb deiner eigenen Zeilen die komplette Mail des Vorgängers stehen bleibt. Dadurch wird der Bezug verschleiert, und wer die Liste nicht in Einzelmails, sondern als tägliche Zusammenfassung (Daily Digest) bekommt, muß sich durch viel überflüssigen Text quälen.

 

Übrigens könnt ihr auch bei uns auf daily digest schalten, zB. wenn ihr in Urlaub seid, oder zu wenig Zeit habt.

 

Es gibt eine Website, die sich eigens der Kunst des Zitierens widmet:

www.learn.to/quote. (Die Regeln für Usenet und Mailinglisten sind identisch)

 

Laßt zum Beispiel euer E-Mail-Programm zunächst alles zitieren. Dann löscht ihr all die Textpassagen einer E-Mail, auf die ihr in eurer Antwort nicht direkt eingeht. Auch die Anrede und die Signatur des Schreibers sowie automatische Listen-Informationen von Mailing-Listen solltet ihr getrost löschen.

 

Ein weiterer Tip: Wählt die Textpassagen aus, auf die ihr direkt eingehen wollt und setzt euren Antwort-Text direkt darunter. So läßt sich am leichtesten erkennen, auf welches Argument sich eure Antwort bezieht.

 

Wollen ihr auf einen längeren Textblock eingehen, der im Ganzen wichtig ist, fügt ihr den Anfang und das Ende des Textblocks in eure Antwort ein und setzt ein [...]dazwischen. Löscht den Rest der Passage. Damit deutet ihr dem Leser an, daß an der Stelle des [...] Text gekürzt wurde. Denkt immer daran, daß die Empfänger eurer Antwort das Original gegebenenfalls im Archiv nochmal nachlesen können.

 

Wie wird nun ein Zitat in E-Mails deutlich gemacht? Einem Quasi-Standard folgend kennzeichnen die meisten E-Mail-Programme ein Zitat automatisch mit einem ">" zu Beginn jeder zitierten Zeile. Bei den meisten Mailprogrammen ist das eine Frage der Einstellung. Eine Antwort auf eine Antwort wird dementsprechend so gekennzeichnet: ">>", usw.. Der Vorteil ist, daß ihr auch nach mehreren Antworten noch die Reihenfolge der Antworten erkennen könnt, sowie, wo eine aufhört und die nächste anfängt. Alles auf einen Blick

 

Typisches Beispiel einer E-Mail-Antwort:

 

Hallo Bernd,

 

>> Samstag zum Mittagessen

 

> ich weiss noch nicht, wann ich am Samstag

> kommen kann, ruf mich doch bitte vorher an, dann

 

Sorry, ich telefoniere nicht gerne. Komm einfach vorbei, ich werde da sein.

 

>...ach, und vielen Dank für das Essen gestern.

 

Gern geschehen. War nett, Deine Frau kennenzulernen. Ich habe mich ebenfalls sehr amüsiert und hoffe, dass wir das bei gutem Wetter bald wiederholen können.

 

Viele Gruesse,

 

Tina

 

3. Bitte keine HTML-Mails. Auch das läßt sich im Mailprogramm einstellen. Achtung: Outlook birgt Gefahren. Probleme gibt es oft mit Mails, die mit Outlook oder Outlook Express in werkseitig vorgegebener Grundeinstellung geschrieben wurden. Die Programme haben nämlich dann oft Probleme damit, richtig zu zitieren, die sogenannte "Signatur" richtig einzubinden, sie kennzeichnen Antworten oft mit "AW:" statt mit "Re:" (wobei die Betreff-Zeile immer länger wird) und verleiten zu HTML-Mails.

 

4. Bitte keine E-Mail-Anhänge (attachments) . Die Lösungen der einzelnen Übungen sind in der Regel nicht länger als ein bis zwei Seiten und können bequem als Inline (in der Mail selbst) gepostet werde. Dazu könnt Ihr in der Textverabeitung (z.B. Winword) BEARBEITEN und dann ALLES MARKIEREN anklicken. Anschließend wählt ihr BEARBEITEN und KOPIEREN. Wenn ihr jetzt in euer Mailprogramm geht und dort seid, wo ihr Texte eintippt, könnt ihr auch hier wieder BEARBEITEN und jetzt EINFÜGEN anklicken und der Text ist in eurer Mail.

Falls ihr dem Plenum längere Texte von euch vorstellen wollt, tut das bitte im Forum.

 

Nicht selten kann die Anmeldung bei einer Mailingliste - je nach Teilnehmerzahl und deren Diskussionsfreudigkeit - eine wahre Flut von Mails dieser Liste in eurem Briefkasten die Folge sein. Dann gibt es die Möglichkeit, auf den sogenannten daily Digest umzuschalten. Das ist eine Zusammenfassung aller Mails der Liste in einer einzigen großen Mail (daily mail), die euch in regelmäßigen Abständen zugesandt wird. Ist natürlich nicht ganz aktuell und macht das Antworten etwas komplizierter, dafür habt ihr weniger Mails:

Daily Mail einstellen

 

Viele der hier angeführten Ratschläge, die Netiquette betreffend, gelten nicht nur für diese Mailingliste, sondern für den E-Mail-Verkehr im allgemeinen.

 

Aber: Hauptsache Spaß!

 

Auch, wenn sich die Regeln recht streng anhören und der Einstieg in eine Mailingliste schwierig erscheint - laßt euch davon nicht abschrecken. Im Vordergrund jeder Diskussionsgruppe steht der Austausch, und der soll vor allem Spaß machen. Und in den allermeisten Fällen funktioniert das auch ganz hervorragend!

 

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