Dem Schreiben einen festen Platz im Leben geben

Interview mit Alexander Wichert, Autor der DSA-Fantasy Bücher "Sand und Blut" und "Blakharons Fluch", beide im Heyne Verlag erschienen

 

Hans Peter Roentgen: Zusammen mit Christian Thon hast du ein Buch herausgebracht, "Blakharons Fluch" (Heyne Verlag, Reihe "Das schwarze Auge"). Für euch beide ist es die erste Romanveröffentlichung. War es schwierig, einen Verlag zu finden? Wie lange hat es gedauert?

Alexander Wichert: Den Verlag zu finden war leicht - wir hatten schon die "Das Schwarze Auge"-Reihe für die Veröffentlichung anvisiert und den Roman auch speziell dafür konzipiert. Von den ersten Planungen über die Fertigstellung und Einsendung des Exposés bis zu dem Zeitpunkt, wo wir angerufen und aufgefordert wurden, das Buch dann auch wirklich zu schreiben, hat es ungefähr sieben Monate gedauert.

 

Hans Peter Roentgen: Worum geht es in eurem Buch? Wie seid ihr überhaupt auf die Idee gekommen?

Alexander Wichert: Ich denke, das Buch funktioniert auf mehreren Ebenen. Für manche Leser ist es eine klassische Fantasy-Queste, für andere Leser eine Liebesgeschichte, wieder andere sehen das Krimi-Element im Vordergrund. Für mich persönlich ist es die Geschichte eines Fanatikers, der sich wandelt, menschlich wird und dem es gelingt, aus seinen und fremden Fehlern zu lernen. Leider klingt die Prämisse eines Buches immer etwas platt, fürchte ich.

Die Kernidee selbst stammt aus der Figurenkonstellation eines Inquisitionsritters und seines Bruders, des Magiers. Ich hatte das Konzept in einigen Kurzgeschichten bereits durchgespielt und auch als Vorlage für Rollenspielabenteuer verwendet. Es handelt sich bei den Hauptfiguren also auch um alte Rollenspiel-Charaktere. Diese quasi "unsterblich" zu machen hat uns enorm gereizt. Der Plot ist dann nachträglich hinzugekommen.

 

Hans Peter Roentgen: Habt ihr erst den Roman geschrieben und versucht, ihn unterzubringen, oder seid ihr mit dem Konzept an Verlage herangegangen? Wie viele Verlage habt ihr angesprochen?

Alexander Wichert: Wir haben den Roman in der Tat am Reißbrett als DSA-Roman geplant. Also: zuerst die Figurenkonstellation erarbeitet, dann ein Exposé geschrieben und dieses Exposé mit den Figuren zu FanPro geschickt (http://www.fanpro.com), sogar über E-Mail. Wir bekamen innerhalb weniger Tage Nachricht von Thomas Römer, einem der Redakteure, der Verbesserungen vorschlug, sich aber sehr angetan zeigte. Das Exposé ist dann intern über die Schreibtische einiger Redakteure und Lektoren gegangen.

Wir haben tatsächlich nur einen Verlag angesprochen - Fantasy Produktions (FanPro) bringt ja das Rollenspiel "Das Schwarze Auge" heraus und besitzt die Lizenzen. Heyne druckt die Bücher, die FanPro inhaltlich quasi "abgesegnet" hat und an Heyne weiterreicht. So ist gewährleistet, dass die Romane dem offiziellen Material nicht widersprechen. Wir hätten sehr massiv umarbeiten müssen, um den Roman als normalen Fantasy-Roman oder gar als historischen Roman anderen Verlagen anbieten zu können.

Inzwischen würde übrigens ein zweites Manuskript für die Reihe von FanPro angenommen und wartet jetzt auf Durchsicht bei Heyne, wenn ich recht informiert bin. Erscheinen wird "Blut und Spiele" voraussichtlich im August 2002.

 

Hans Peter Roentgen: Wie lange schreibst du schon?

Alexander Wichert: Ich würde den Anfang etwa auf 1987/88 (da war ich 12 oder 13) legen wollen, aber das war im Grunde nichts Ernstzunehmendes. Ich habe 1999 einen qualitativen Quantensprung erlebt. Früher habe ich in den Tag hineingeschrieben und nichts beendet. 1999 habe ich angefangen, mir über das Schreiben an sich Gedanken zu machen. Auch der Austausch mit anderen jungen Autoren hat das bewirkt. Vor allem, dass ich erfahrenere Leute kennen gelernt habe, die mich bestärkt haben - früher galt mein Schreiben als "Spinnerei". Erst vor recht kurzer Zeit habe ich festgestellt, dass das Schreiben durchaus Selbstwert hat und Perspektiven eröffnet. Früher war es ein reines Hobby - jetzt gehe ich doch mit einem professionellen Anspruch an die Sache heran. Das verkaufte Buch hat jetzt auch die Freunde und Verwandte zum Schweigen gebracht, die es für Zeitverschwendung hielten.

 

Hans Peter Roentgen: Du hattest vorher schon zwei Kurzgeschichten veröffentlicht, eine in c't ("Vater aller Dinge"), eine als John-Sinclair-Lesergeschichte ("Das verlassene Haus"). Hat dir das bei der Verlagssuche genützt, dass du schon etwas, wenn auch nicht viel, vorweisen konntest?

Alexander Wichert: Ich habe bei dem Telefonanruf bei FanPro hoch gepokert. Als ich sagte, ich wolle eine Romanidee verkaufen, wurde mir recht deutlich gemacht, dass sie mit "Fan-Arbeiten" überschüttet würden. Ich konnte kontern, dass ich ein Profi und kein Fan sei - und passenderweise war gerade die c't aktuell, in der meine Geschichte abgedruckt war. Als ich auf die c't verwies, waren die entsprechenden Lektoren sofort angetan und wurden auch sehr freundlich. Nicht, dass sie nicht sehr nett waren und mich gut betreut hätten, aber ich vermute, dass Lektoren erst einmal abweisend reagieren, wenn sie jemanden nicht einschätzen können. Was ich damals nicht wusste, ist, dass die c't-Kurzgeschichten in sehr hohem Ansehen stehen - da die c't das einzige Magazin ist, das gut zahlt und überhaupt SF-Kurzgeschichten druckt, ist sie schon eine Größe auf dem Markt - was man auch daran sehen kann, das regelmäßig c't-Geschichten für den deutschen SF-Preis nominiert werden.

Ja, ich denke, es hat geholfen. Erst einmal meinem Selbstbewusstsein, mich überhaupt an einen Roman zu wagen, und dann auch bei der Basis der ersten Gespräche, als FanPro weder Exposé noch Schriftprobe von uns hatte.

 

Hans Peter Roentgen: Bei FanPro hat dir geholfen, dass du dich nicht als DSA-Fan, sondern als professioneller Autor vorgestellt hast. Deine Charaktere sind aber, wie du gesagt hast, ursprünglich aus Rollenspielen entstanden. Wie hängt für dich Rollenspiel und Fantasy zusammen, beeinflussen die Rollenspiele deine Texte?

Alexander Wichert: Rollenspiel inspiriert mich manchmal zu Schreiben, aber ich muss sagen, dass Rollenspiel auch ein Ventil ist für Kreativität und mich vom Schreiben gedanklich und zeitmäßig abhält. Daher habe ich dem Schreiben absolute Priorität eingeräumt. Im Rollenspiel habe ich vieles gelernt, was sich auch in den Büchern niederschlägt - etwa, zu plotten, mit Charaktermotivationen zu arbeiten und dass gebrochene Helden die (für mich) interessantesten Charaktere sind. Aber: Die Technik ist eine ganz andere. Rollenspiel lebt von szenischem Erzählen, davon, dass man den Spielern die Entscheidungen überlässt, und Spieler wollen immer im Mittelpunkt stehen. Beim Schreiben läuft es anders: Hier wird ausführlicher mit Narration und Beschreibung gearbeitet und weniger szenisch erzählt - außerdem gibt es keinen gruppendynamischen Prozess, wie etwa Rivalitäten, Flirts oder Streit - etwas, was Rollenspiel enorm beeinflusst.

Woran die ganze DSA-Reihe meiner Meinung nach qualitativ krankt, ist, dass sich viele der Autoren nicht bewusst machen, dass ein Roman und ein Abenteuer einfach unterschiedlich funktionieren - jedes hat eigene Gesetze. Wie oft habe ich beim Rollenspiel Charaktere durch einen Deus ex Machina gerettet - eine Todsünde für einen Romanautor. Wie oft haben wir mehrere Stunden ausgespielt, wie die Abenteurergruppe einkaufen geht - wenn ein Leser eine 80 Seiten umfassende Einkaufsszene liest, wird er das Buch in die Ecke werfen.

 

Hans Peter Roentgen: Wenn du die Entstehung deines ersten Buches und das des zweiten vergleichst, gibt es da Unterschiede? Welche? Bist du beim zweiten anders an das Manuskript herangegangen?

Alexander Wichert: Das erste entstand aus Übermut heraus, mit der Einstellung: "Was die drucken, das kann ich schon lange". Wie viel Arbeit da drin steckt, habe ich erst später festgestellt. Einer der schwierigsten Faktoren war das Arbeiten zu zweit - manchmal hat man unterschiedliche Vorstellungen vom Handlungsverlauf, man muss sich immer wieder zusammenraufen, immer wieder offen sein, noch ganz frischen Text zu diskutieren und daran zu feilen. Es ist eine gute Übung für Teamarbeit gewesen, kostete aber viele Nerven. Ich möchte es nicht missen, aber beim nächsten Mal würde ich es anders organisieren.

Beim zweiten Buch war es ein ganz anderes Arbeiten. Ich habe nach meinem eigenen Zeitplan in relativer Isolation geschrieben. Ich konnte hier den Arbeitsaufwand abschätzen und hatte mehr Kontrolle und Wissen (etwa über Spannungsbögen). Und natürlich weit geringere Selbstzweifel. Im Grunde hat der Prozess beim zweiten Buch vom Anfang bis zum Ende ungeheuren Spaß gemacht, während es beim ersten sehr oft in eine ziemliche Plackerei umgeschlagen ist, bis teilweise fast kein Spaß mehr dabei war, insbesondere, als die Deadline näher rückte und sich die Arbeit noch unübersehbar vor uns auftürmte.

 

Hans Peter Roentgen: Deine beiden Bücher sind Fantasy. Möchtest du bei der Fantasy bleiben? Hast du schon weitere Projekte in Arbeit oder in Aussicht?

Alexander Wichert: Ich möchte gern auch weiterhin Fantasy oder SF schreiben, und Horror halte ich mir als Option offen (immerhin war die erste Kurzgeschichte Horror). Ich habe Pläne für einen englischsprachigen Cyberpunk-Roman, den ich mit einem jungen britischen Autor für das nächste Jahr in Angriff nehmen möchte. Mit dem englischsprachigen Markt habe ich bisher wenig Erfahrungen, aber möglicherweise einen Kontakt - Näheres wird sich zeigen, wenn es so weit ist.

Dann bastele ich an einer Fantasy-Trilogie, die diesmal auf meiner eigenen Welt spielen wird, wo ich meinen Vorstellungen ganz freien Lauf lassen kann. Ich möchte die Trilogie ebenfalls gern im nächsten Jahr anfangen, schätze aber, dass ich sie erst 2003 werde abschließen können. Ich hoffe, dass die beiden Fantasy-Romane mir den Weg etwas geebnet haben, so dass ich diese Trilogie ebenfalls unter Dach und Fach bringen kann.

Auf der anderen Seite meiner Kreativität gibt es da noch ganz andere Sachen, Sachen, die in der Jetztzeit/-welt spielen und die sich wohl als "junge deutsche Literatur" bezeichnen lassen, unter anderem ein Familienepos, das ich derzeit überarbeite und dann an Agenten schicken werde, damit die sich für mich über das Geschäftliche den Kopf zerbrechen.

 

Hans Peter Roentgen: Du schreibst unter einem Pseudonym. Warum?

Alexander Wichert: Nun, leider ist es so, dass sich "Literatur" und "Unterhaltung" in Deutschland (noch?) nicht vereinen lassen. Wenn mich der Markt auf F/SF festgelegt hat, wird man das auch immer von mir erwarten. Das Pseudonym ist eine Möglichkeit, mich festlegen zu lassen, eine Identität oder "Marke" zu schaffen, von der man etwas Bestimmtes erwartet, und zugleich so flexibel zu bleiben, dass ich die literarisch ambitionierten Sachen unter meinem eigenen Namen (oder einem weiteren Pseudonym) veröffentlichen kann. Es ist einfach so: Leser erwarten etwas Bestimmtes, wenn sie einen bestimmten Namen auf dem Cover lesen. Wenn eine Hera Lind plötzlich bitterbösen Cyberpunk schriebe oder eine Rosamunde Pilcher Popliteratur, wären die Leute in ihren Erwartungen enttäuscht und würden das Buch zerreißen. Daher soll Alexander Wichert für solide Fantasy und SF stehen und ein anderer Name eben für alles andere, was Leser von Alexander Wichert aus dem Konzept bringen oder enttäuschen würde.

 

Hans Peter Roentgen: Du hast vor deinem ersten veröffentlichten Buch bereits andere Romane geschrieben. Wie beurteilst du sie heute? Hast du etwas dazugelernt durch das Schreiben? Was?

Alexander Wichert: Ich habe viele Romane angefangen, aber ohne Struktur, Sinn oder Ziel. Mein eigentlicher Erstling, vor "Blakharons Fluch", war der "Sturmengel", ein Fantasy-Roman. Ich dachte, er wäre gut, mittlerweile weiß ich, dass er das nicht ist. Er hat Potential, daher werde ich das Buch in das Trilogie-Projekt wieder einbinden. Der Sturmengel leidet daran, dass ich nicht wusste, was ich tat. Ich war früher ein Autor, der rein aus dem "Bauch" schrieb, ohne Planungen, Konzepte. Das Buch endete, als mir die Ideen ausgingen, und mäanderte so vor sich hin. Das hat der Spannung und der inneren Struktur den Todesstoß versetzt. Leser merken, wenn der Autor nicht weiß, wo er hin will, und sie nehmen es übel. Was ich gelernt habe, ist, in der Planungsphase eines Projektes mit dem Kopf zu arbeiten (Skizzen anzufertigen, Exposés zu schreiben, Figurenkonstellationen aufzustellen) und das Gerüst dann "aus dem Bauch" zu füllen. Der Kopf kommt in der Überarbeitungsphase wieder stärker zu Wort. Das hat zu einer starken Produktivitätssteigerung geführt, zu mehr Kontrolle über das, was ich tue. Wenn ich jetzt etwas tue, weiß ich, warum - früher war das ein unreflektiertes Chaos, aus dem manchmal Talent hervorschimmerte. Nicht, dass ich volle Kontrolle hätte (ich kann Inspiration nicht erzwingen, nur etwas lenken), das wäre sicher Selbstbetrug.

 

Hans Peter Roentgen: Du fängst mit dem Kopf, sprich einem Konzept an, schreibst dann mit dem Bauch die Geschichte, sagst du. Kommt dein Bauch zum Schluss der Geschichte dort an, wo dein Kopf es vorgesehen hatte? Oder ändert sich während des Schreibens auch das Konzept?

Alexander Wichert: Das Konzept ändert sich, und zwar sehr. In der Anfangsphase stellt man sich manches ganz anders vor und stellt dann während des Schreibens fest, dass man es sich zu leicht gemacht oder die Figuren unterschätzt hat. Eines meiner Bücher begann als Cyberpunk-Roman und endete auf der Hälfte in der Neuzeit. Ein Bösewicht sollte sich in der ersten Hälfte ermorden lassen, war aber zu gerissen, um sich austricksen zu lassen, überlebte und brachte damit das ursprüngliche Konzept ganz durcheinander. Dann pausiere ich im Allgemeinen kurz und plane den Rest des Buches - unter diesen geänderten Vorzeichen. Das kann manchmal vier oder auch fünf Mal passieren. Im allgemeinen stelle ich aber fest, dass sich das Buch dabei verbessert, weil das ursprüngliche Konzept da ohnehin etwas schwach oder sogar unlogisch war.

 

Hans Peter Roentgen: Wie arbeitest du? Allein? Zeigst du deine Manuskripte anderen? Diskutierst du sie mit anderen?

Alexander Wichert: Natürlich passiert sehr viel der Arbeit allein. Der kreative Prozess an sich ist meistens ein einsamer. Allerdings habe ich eine Autorengruppe ("Projekt Phoenix"), in der wir Brainstorming betreiben, wenn sich die Idee für einen Roman zusammensetzt, und die sich die Kapitel oder Szenen anschaut und mir ihr Feedback gibt - telefonisch, in Mails oder bei gemeinsamen Treffen. Die gegenseitige Hilfe geht so weit, dass ein Roman in der Gruppe von der ersten Idee bis zum Agentenanschreiben betreut werden kann. Da die Gruppe etwa zwanzig Leute umfasst, kommen im Allgemeinen drei bis vier zusammen, die an einem Roman arbeiten, also beim Überarbeiten, der Stilistik oder Recherche helfen. Diese Gruppe hat mir sehr geholfen, weil sie konstruktiv und projektorientiert arbeitet und wir doch alle Kollegen sind, die sich den Erfolg auch wirklich gönnen.

Ansonsten habe ich einige Testleser, an denen ich dann überprüfen kann, ob das Buch auch in der Praxis funktioniert. Ich brauche den Austausch mit den Kollegen und dem Leser, da es mich motiviert, mir hilft, nicht zu viele blinde Flecken zu entwickeln, und mir auch klar macht, was ich da tue und wie es wirkt.

 

Hans Peter Roentgen: Hast du Schreibbücher gelesen?

Alexander Wichert: Ja. Die wertvollsten Hinweise habe ich von erfahreneren Kollegen bekommen, aber sehr gut haben mir die Bücher von Sol Stein gefallen. Das letzte, was ich gelesen habe, war "On Writing" von Stephen King (deutsch: "Das Leben und das Schreiben"). Außerdem lese ich gern Biographien von Schriftstellern oder ihre schreibtheoretischen Werke, um zu sehen, mit welchen Problemen sie sich herumgeschlagen und wie sie sie gelöst haben. Stein und King kann ich nur empfehlen - man sollte sie mit einem Körnchen Salz lesen, aber im Großen und Ganzen öffnen sie doch das ein oder andere Auge.

 

Hans Peter Roentgen: Was wäre deiner Meinung nach der beste Rat für einen unveröffentlichten Autor?

Alexander Wichert: Weiter an den eigenen Fähigkeiten arbeiten. Lesen, so viel es geht, um Vokabular und Stil zu trainieren. Die großen Namen lesen - Hesse hat den Nobelpreis für Literatur nicht umsonst bekommen. Den Kollegen auf die Finger schauen - wie haben die ihre Probleme gelöst? Mit offenen Augen lesen, sehen, warum ein Buch oder eine Passage fesselt, funktioniert, oder nicht funktioniert.

Der zweite Rat: Schreiben, so viel es geht. Am besten 1 000 oder 5 000 Worte pro Tag, Tagebuch, Beobachtungen, Charakterskizzen, alles. Besonders geeignet sind dafür Schreib-Tagebücher. Dem Schreiben einen festen Platz im Leben geben. Ich habe zum Beispiel meinen Fernseher verschenkt - der Abend und die Nacht sind meine kreativen Zeiten, der Fernseher stört da nur.

Dann: Gleichgesinnte finden, austauschen, ehrlich sein zu sich und anderen - gegenseitiges Loben bringt kaum weiter, konstruktive Kritik dagegen ist Gold wert.

Schließlich: den Glauben nicht verlieren - es ist ein einsames und bitteres Geschäft, und es kann wohl kaum einer davon leben, aber wenn man beharrlich an sich arbeitet, ist es zu schaffen. Auch die ganz Großen haben mal klein angefangen.

 

Aus dem Autorenmagazin tempest

 

 

 

 

 

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